Vom Transporter zum Camper, Tipps zum Selbstausbau

Einbau einer Solaranlage

(c) Büttner Elektronik

Wer auf Reisen von Steckdosen unabhängig sein will, kann eine Solaranlage auf das Camperdach montieren und sich,  zumindest was die elektrische Energie angeht, an der eigenen Ernte erfreuen.  Solaranlagen erzeugen elektrischen Strom absolut umweltfreundlich, lautlos und wartungsfrei. Bei richtiger Dimensionierung der Anlage und der Verbraucher kann man damit oft sogar völlig ohne externe Energiezufuhr auskommen.
Eine Solaranlage besteht in der Regel aus folgenden Bauteilen:


  Solarmodul
  Solar-Laderegler
  Solarfernanzeige (optional)
 

Welche Solaranlage sollte ich denn kaufen

Damit das Ganze funktioniert, sollte man seinen Energiebedarf erst einmal kennen. Sie können Ihre eigene Energiebilanz eines normalen Camper-Tages selbst errechnen, wenn Sie wissen wieviel Watt ein bestimmter Verbraucher aus der Batterie entnimmt und wie viele Minuten pro Tag er überhaupt in Betrieb ist. Beispiel, ein Fernseher mit 45 Watt läuft ja nicht den ganzen Tag non-stop, sondern meist nur abends ein paar Stunden. Wenn Sie dann wissen, wieviel Leistung Sie überhaupt  benötigen,,brauchen Sie noch entsprechenden Platz auf dem Dach des Campingbusses. Und zwar so, dass die Zellen nicht zum Beispiel von einer aufgeklappten Satelitenschüssel abgeschattet werden. Damit das nicht zu kompliziert wird, haben ich nun eine grobe Übersicht der benötigten Leistungen in der folgenden Tabelle angelegt. Diese Werte sind Durchschnittswerte, die auf Erfahrungen vieler Wohnmobilisten beruhen

Die Leistung der Solaranlage, sofern die Angabe des Herstellers überhaupt stimmt, sollte in etwa wie folgt bemessen sein:

laolaranlage Leistung

Nun gibt es im Internet viele günstige Angebote und die Auswahl wird immer größer. Viele Solarzellen sind aber eigentlich für eine Festmontage auf einem Hausdach gedacht, und nicht den Erschütterungen des mobilen Einsatzes beim Campingbus ausgeliefert. Üblicherweise geben Hersteller sehr lange Garantien auf ihre Solarpaneele, meist aber nur dann, wenn sie in ihrem vorgesehenen Einsatzgebiet verwendet wurden. Man sollte sich also sehr genau überlegen, ob man nicht am falschen Ende spart. Ein überlasteter Billig-Laderegler kann auch mal durchbrennen und würde dann die ungeregelte Spannung auf alle Verbraucher loslassen. Dies führt zwangsläufig zu einer Zerstörung der angeschlossenen Geräte. Schlimmstenfalls zur Zerstörung der Fahrzeugelektronik.

Ich empfehle daher dringend, nicht am falschen Ende zu sparen und besser eine für Reisemobile bewährte Anlage einzubauen. Auch der Service, den man bei einem renommierten Hersteller bekommt ist wichtiger als der Preis bei einem unbekannten Hersteller aus einem fernen asiatischen Land.

Wie werden die Solarmodule befestigt?

Solarmodule  für Campingbusse bestehen aus einem Modul mit Aluminiumrahmen. Da die bei der Umwandlung erzeugte Wärme eines Moduls den Wirkungsgrad herabsetzt, ist es wichtig, dass die Module mit Frischluft unterlüftet werden. Daher sollte man die Module nicht “so flach wie möglich” auf das Fahrzeugdach kleben, sondern die dafür vorgesehenen Montagehalterungen verwenden. Diese werden auf das Dach geklebt und die Module daran verschraubt. Um unnötige Windgeräusche zu vermeiden sollte man die Module nicht an einen bereits vorhandenen Dachträger schrauben. Wird die richtige Klebetechnik verwendet, so erhalten Sie eine wesentlich (!) höhere Festigkeit, als bei einer direkten Verschraubung mit dem dünnen Fahrzeugblech. Die von Buettner Elektronik angebotenen Halterungen haben daher auch vom TÜV die GS-Freigabe erhalten und werden von den Kaskoversicherungen akzeptiert. Auch unter extremen Bedingungen wie Kälte, Hitze oder bei mechanischer Belastung zum Beispiel infolge eines Unfalls.

Welchen Laderegler sollte ich nehmen?

Solarregler verbinden das Solarmodul mit einer  Batterie. Für eine ordentliche Aufladung der Batterie(n) wird je nach Typ eine bestimmte Spannung benötigt. Moderne Laderegler haben nicht nur die Aufgabe diese Spannung in der richtigen Höhe anzuliefern, sondern auch zusätzliche Parameter, wie beispielsweise die richtige Ladekennlinie oder Temperatureinflüsse zu berücksichtigen. Idealerweise verwendet man den Regler, der auch als Komplettset vom Hersteller empfohlen wird. Möchte ich aber später eventuell meine Solaranlage um ein weiteres Modul ergänzen, so müsste ich auch einen leistungsfähigeren Regler nachrüsten. Es macht also Sinn, diesen gleich von Anfang an überzudimensionieren. Der Regler sollte die Möglichkeit haben, verschiedene Batterietypen anzuschließen und Überspannungsfest am Ausgang zu  sein.

Woher bekomme ich zusätzliche Informationen?

Absolut empfehlenswert finde ich das Buch “Solarstrom im Wohnmobil” von Bernd Büttner. Hier wird detailliert über den Einbau der Solaranlage mit zahlreichen Bildern und Informationen auch für Laien der Einbau erklärt.

 

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